Augenblicke aus zwei Jahrhunderten
Toni Ziltener – Leiter Stoffkontrolle von 1974 bis 2010
Später, als Leiter der Stoffkontrolle, war seine Spezialität die Suche nach den Ursachen für Fehler in den Stoffen. Diese konnten an der Maschine, dem Garn oder an Fremdfasern liegen. Besonders die Moiré-Galoche-Qualität, eine Spezialität des Hauses mit Pfauenaugenmuster, hatte es ihm angetan. Diese Maschinen wurden jeweils abgedeckt, wenn Besuch aus dem Ausland die Weberei besichtigte … Ein besonderes Highlight war für Toni die eigene Kreation einer Krawatte mit seinem Familienwappen.


Susanne Giger – Disposition Handelsware von 1975
Die Teamausflüge hat sie jeweils sehr geschätzt. Sie pflegt noch immer viele schöne Bekanntschaften aus ihrer Weisbrod-Zeit und hat uns ein Fotoalbum einer Arbeitskollegin aus diesen Jahren vorbeigebracht.
Vincenzo Caterina – Stoffkontrolle von 1967 bis 2013
Seine erste Aufgabe in der Weberei war, die Stoffstücke an den Maschinen zu wechseln. Damals arbeitete Vincenzo mit einem Stundenlohn von CHF 1.00, später dann von CHF 1.20. Die Löhne wurden einmal pro Monat in bar ausbezahlt (in alten, bereits benutzten Couverts!). Danach wurde er Zettelaufleger, d. h. er montierte die fertig eingezogene Kette an der Maschine und steckte die Lamellen damals noch von Hand. Später konn-te er in die Stoffkontrolle wechseln. Weisbrod warb damals bei Schliessungen anderer Firmen direkt Personal dort an, und so kam Vincenzos spätere Frau von einer Weberei aus dem Tog-genburg ebenfalls nach Hausen. Sie arbeitete in der Weberei und betreute 12 bis 14 Webmaschinen, Vincenzo half ihr oft beim Wechseln der Stoffrollen. Diese Arbeit war sehr streng. Als die gemeinsamen Kinder klein waren, arbeiteten sie jeweils in versetzten Schichten. Oft wurden die Kinder zum Schicht-wechsel mitgenommen. Es gab viele Paare, die auf diese Weise beide je 100 Prozent arbeiteten. Das war praktisch, aber als Paar blieb so wenig gemeinsame Zeit.
Vincenzo hat besonders geschätzt, dass Ronald Weisbrod immer vor Weihnachten jedem Mitarbeitenden einzeln persönlich gute Wünsche überbracht hat.


Myriam Studer – Enkelin einer Produktionsmitarbeiterin
Helmuth Ebermann – Taxi-Unternehmer aus Hausen am Albis
1972 eröffnete ich ein kleines Ausflugsreisen- und Taxi-Unternehmen, mit dem wir auch bis 1992 Taxifahrten für die Firma durchführen durften. Es war eine schöne Zeit. Wir haben diverse Fahrten im Zweischichtbetrieb durchgeführt, z.B. in folgender Form:
04:15 bis 04:55 Uhr erste Schicht, Hausen a.A.-Mettmenstetten-Ottenbach-Obfelden-Affoltern a.A.-Hausen a.A.
Um 23 Uhr wurde dann das Personal von der zweiten Schicht auf ungefähr der gleichen Tour nach Hausen gefahren. Die Weisbrod-Zürrer produzierte dazumal mit der Loring im Betrieb in Mettmenstetten auch Windeln. Sobald die Migros eine Windelaktion ausgeschrieben hat, mussten wir die Loring-Mitarbeitenden anstatt in den gewohnten zwei in drei Schichten fahren.
Schreibmaschinengeschriebener Brief
Bild: Windelproduktion in Mettmenstetten um ca. 1960


Nicole Wetli (früher Bitzer) – Buchhalterin seit der Lehre ab 2001
Damals existierte noch eine interne Post, in der wir Lehrlinge den Briefverkehr abfertigten und für den Abtransport durch die Post bereitstellten. Daneben gab es eine Telefonkabine mit einem kostenpflichtigen Münztelefon, das für private Telefonate zu benutzen war. Gewisse Personen waren häufig dort anzutreffen, wenn sie am Arbeitsplatz nicht auffindbar waren… Wir hatten früher auch noch Selecta-Automaten mitten im Gebäude; einen in der Weberei und einen für die Lagermitarbeitenden im Gang. Diese machten dort immer um ca.9.30 Uhr Kaffeepause, die offiziell nur 10 bis 15 Minuten hätte dauern dürfen. Früher durfte man beim Kaffeeautomaten auch noch rauchen!
Obschon es damals bereits E-Mails gab, mussten wir Lehrlinge oft Faxe schreiben, meistens innerhalb von Europa. Die Ursprungszeugnisse für den Export schrieben wir sogar noch mit der Schreibmaschine. Zwischen das Ursprungszeugnis und das Beglaubigungsgesuch wurde ein Kohlepapier gespannt, damit man den Text nicht zweimal tippen musste. Der Nachteil daran: Wenn man sich nur ein einziges Mal vertippte, musste man wieder von vorne anfangen mit neuen Formularen, weil man mit Kohlepapier dazwischen ja nicht korrigieren konnte. An meiner KV-LAP anno 2004 mussten wir im Fach Korrespondenz tatsächlich noch einen Brief schreiben – von Hand, wohlverstanden. Das, obwohl schon damals kein Mensch mehr von Hand einen Geschäftsbrief geschrieben hat.
Zu den Lehrlingsaufgaben gehörte in der Krawatten-Abteilung auch das Illustrieren der Auftragsbestätigungen für die Kundschaft. Das heisst, dass neben jedem neuen Dessin, das ein Kunde zum ersten Mal bestellt hatte, das entsprechende Stoffmüsterchen aufgeklebt wurde. Ich verbrachte Stunden damit, die ganzen Dessins im sogenannten Bändelarchiv zusammenzusuchen. Manchmal war es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Zudem befand sich dieses Archiv leider im stickigsten und heissesten Raum des Langhauses.
Als Lehrlinge mussten wir früher auch immer Spiele mit einem textilen Bezug organisieren für das jährliche Weihnachtsessen der gesamten Belegschaft. Wir hatten immer Mühe, solche Spiele zu erfinden und durchzuführen, und die meisten Mitarbeitenden hatten keine Lust, dabei mitzumachen. Aber lustig wurde es dann am Ende trotzdem!
Olivia Daub – Leiterin Disposition Weberei von 2002 bis 2012
Nach der Kündigung der Dispositionsleiterin wurde Olivia gefragt, ob sie sich die Leitung zutraue – sie war damals noch keine 30 Jahre alt. Ihre Antwort: Selbstverständlich! Etwa zwei Jahre später kam Ronald Weisbrod zu Olivia und teilte ihr mit, dass sie den Job toll mache und sie Ruhe ins Dispo-Team gebracht habe. Sie seien sich nicht so sicher gewesen, ob das zum Klappen komme. Das war das schönste Kompliment, das Olivia in Geschäftsbelangen je bekommen hatte.
In der Dispo ging es zu ihrer Zeit lustig zu und her, dort herrschte immer gute Stimmung. Ronald Weisbrod war ein typischer Patron. Er ging immer wieder durch die ganze Firma, am liebsten durch die Weberei. Er kannte alle Mitarbeitenden. Es war ein offenes Geheimnis, dass die Nachtschichtweber während ihrer Schicht teilweise im Garnlager schlafen gingen.


Vreni Vögelin – Kalkulation von 1979 bis 2017
Vreni hat die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben sehr geschätzt. Es kamen immer wieder neue Aufgaben dazu, wie z.B. der Verkauf und die Disposition der Trachten- und Fahnenstoffe. Sie genoss die Freiheit in der Arbeitsgestaltung dank des Vertrauens, das den Mitarbeitenden entgegengebracht wurde. Auch die Team-Atmosphäre war sehr gut. Man half sich gegenseitig aus und gab das Wissen offen weiter an andere. Das entsprach ihrem Wesen und ihrer Einstellung ebenfalls, deshalb war es Vreni immer sehr wohl hier!
Eveline Schoiswohl – Damenoberbekleidungs- und Deko-Designerin von 1994 bis 2012
Zudem besuchten wir immer gemeinsam mit dem Designchef Herrn Weisbrod die Show von Li Edelkoort, bis heute die angesagteste Trendforscherin auf dem Gebiet des Textildesigns. Das war für mich jedes Mal ein absolutes Highlight.
Nach einem anstrengenden Messetag machten sich die unzähligen Messebesucher jeweils fast gleichzeitig auf, um mit der RER zurück nach Paris zu fahren. Einmal hatte sich Herr Weisbrod offensichtlich weit vorne platziert. Als dann der Zug endlich einfuhr, geschah das, was wir bereits geahnt hatten: Es reichte nicht mehr für uns zum Einsteigen in den Waggon. Ich weiss noch, wie ich meinen Blick dem Zug entlanggleiten liess – und wen erblickte ich da, fröhlich zum Fenster der Lokomotive herausschauend und uns zuwinkend? Ronald Weisbrod hoch oben direkt neben dem Lokführer sitzend. Ich traute kaum meinen Augen: Wie hatte er es geschafft, dass der Zugführer ihm die Tür öffnete und ihm den Platz anbot? Man konnte sehen, dass er selbst davon überrascht war, so sehr lachte er übers ganze Gesicht! Hatte der Zugführer sich von einer charmanten Bemerkung überzeugen lassen? Oder dachte er, diesen freundlich aussehenden, älteren Geschäftsherrn mit seinem charismatischen Lächeln kann ich nicht stehen lassen? Wir wissen es nicht! Aber mir hat sich dieses Bild für immer eingeprägt: Herr Weisbrod im Führerkabinchen! Noch heute huscht ein Lächeln über mein Gesicht, wenn ich an diesen Augenblick denke. Wer ausser ihm hätte so was geschafft?


Ulli Werner – Webermeister von 2006 bis 2012
Bis zur Pensionierung arbeitete ich dann nach der Schliessung der Weberei in Hausen noch im Deutschen weiter. In dieser Firma war ich noch der letzte ausgebildete Webermeister. Es wurde für mich kein Nachfolger gefunden. Heute macht diese Arbeit ein Mechaniker. Es gibt auch nur noch wenige Textilfachschulen, denn wer möchte heute noch im Dreischichtsystem arbeiten?
Anna Gerle – Krawattenstoff-Designerin von 2006 bis 2012
Besondere Freude haben mir auch die grosse Freiheit bei den Schalentwicklungen sowie die Forschungs- und Studentenprojekte bereitet. So durfte ich auch die Krawatten mit echtem Goldgarn entwerfen. Mein Mann hat zu unserer Hochzeit eine solche Goldkrawatte getragen und hält sie weiterhin in grossen Ehren!


Brigitt Mariotto – Damenoberbekleidungs- und Krawattenstoff- Designerin von 1985 bis 2012
An einer Besprechung mit ihm begann er einmal von seinem Sohn Oliver zu erzählen, der sei als Pfadileiter mit einer grossen Gruppe in den Bergen und es hätte ja einen Schneesturm gegeben. Er machte sich sichtlich Sorgen, dass etwas Schlimmes geschehen sein könnte. Ich erzählte von meinen eigenen Pfadierlebnissen und beruhigte ihn, dass sein Sohn das sicher mit grosser Verantwortung managen würde.
Wir waren 1991 am Tag vor der Messe Frankfurt mitten in den letzten Vorbereitungen. Wir Designerinnen und das ganze Musterzimmerteam waren spät am Abend noch am Arbeiten. Wir wussten, es würde mit Sicherheit noch eine bis zwei Stunden dauern. Plötzlich ging die Tür auf und Herr Weisbrod trat ein mit einer riesigen Kiste Sandwiches und mit Getränken für uns. Er klatschte in die Hände: «So, jetzt essen wir was und dann machen wir noch den Endspurt.» Dann ass er mit uns. Wir waren alle überrascht und haben uns extrem gefreut, denn das gab uns wieder Energie und Motivation.
Edi Waldesbühl – Controller von 1979 bis 2014
Edi kam von der grossen Textildruckerei Heberlein und wurde im November 1979 von Hans Weisbrod bewusst als Ergänzung zu Ronald Weisbrod eingestellt. Er wurde dem Personal als Controller vorgestellt, doch die meisten kannten diese Jobbezeichnung nicht. Sogar an einer externen Verbandssitzung fragte jemand, wieso Herr Weisbrod den Stoffkontrolleur mitnehme.
Edi hatte zwar ein eigenes Büro im Kosthaus (Weisbrod-Areal 6), aber in den ersten Wochen arbeitete er vor allem im ehemaligen Buchhaltungsgebäude am Arbeitsplatz der seit Monaten krankheitshalber abwesenden Finanz-Vizedirektorin. Deren Holzpult war mit einer grünen Kunststoffmatte geschützt und diese wiederum durch einen pultgrossen Karton. Doch der Karton war bedeckt mit Bergen von Pendenzen. In einem ersten Schritt sortierte er das Retourgeld in verschiedenen Währungen aus den Spesenabrechnungen der letzten Monate. Seine Vorgängerin hatte immer alles selbst machen und entscheiden wollen. Entsprechend kamen nun die aufgestauten Fragen der Mitarbeitenden und Lehrlinge. Ohne Einführung konnte er diese kaum beantworten, aber mit der Rückfrage «Wie würden Sie es denn machen?» wurden meistens gute Lösungen gefunden.
Er stellte fest, dass trotz November der Abschluss der Pensionskasse per Ende Vorjahr noch fehlte und natürlich auch der Jahresabschluss der Firma per Ende Juli. Und eine Mitarbeiterin klagte über den «modernen» Lochkarten-Computer. Gleichzeitig lag in den Pendenzen ein Schreiben, dass die Wartung für diese Maschine altershalber nicht mehr gewährleistet werden könne.
Als er Hans Weisbrod sein erstes grosses Projekt, die Computereinführung, unterbreitete, um die Zusage für das Budget von 300’000 CHF zu erhalten, hörte dieser interessiert zu, sagte aber zum Schluss: «Das müssen Sie entscheiden, dafür haben wir Sie eingestellt.» Natürlich rechnete Edi alles nochmals durch, um sicher zu sein, dass er es verantworten konnte. Trotz vereinzelter Äusserungen wie «Das funktioniert bei uns niemals» fand die Lösung dank der beiden involvierten Informatiker eine gute Akzeptanz und blieb noch sehr lange im Einsatz.
Bei einer Betriebsbesichtigung erzählte Edi ein Teilnehmer, sein Vater habe in den 20er-Jahren in der Weberei gearbeitet, sei dann aber invalid geworden. Nur dank der Invalidenrente von der damals noch freiwilligen Stiftung, die später zur Pensionskasse wurde, hätten sie ein einigermassen würdiges Leben führen können.
Nach einigen Jahren sollte das Buchhaltungsgebäude durch den Neubau, die heutige Tagesschule Birke, ersetzt werden, aber auf die Computerzentrale darin konnte man nicht mehr als ein bis zwei Tage verzichten. Man entschied sich deshalb, zuerst die Hälfte des Gebäudes neben der Zentrale abzubrechen und den halben Ersatzbau zu erstellen, sodass man die Zentrale innert Tagesfrist in diesen Neubau zügeln konnte.
Auch der Stoffladen befand sich in diesem Altbau. Er musste in das Vorgängerhäuschen der Heizgenossenschaft (Weisbrod-Areal 2) umziehen. Dort fanden auch die ersten Nähkurse statt. Später ging die Reise des Stoffladens weiter ins Erdgeschoss der heutigen Stiftung Tagesschule Birke. 1992 wurde dort grosse Eröffnung gefeiert, ebenfalls bereits mit einer eigenen Zeitung. Zuerst befand sich der Laden nur auf der linken Seite, 2006 folgte dann die Erweiterung auf die ganze Fläche des Erdgeschosses. Erst nach der Schliessung der Weberei zog der Stoffladen ins Zentrum des Areals, in das ehemalige Ausrüstungsgebäude, in den Raum, in dem zuvor ein riesiger Spannrahmen mit Wärmerückgewinnung gestanden hatte.


Marie Heinzer-Heller – Produktionsmitarbeiterin von 1947 bis 1952
Ich kann mich noch sehr gut an das 125-jährige Jubiläum erinnern. Da wurde für die Mitarbeitenden eine Fahrt mit dem Roten Pfeil zum Blausee organisiert.
Handgeschriebener Brief.
Walter Steudler aus Aeugst am Albis, geboren 1930
Erinnerung an Waldarbeiten im Winter 1941/42 im Seeholz am Türlersee für Hans Weisbrod.
Mein Vater übernahm in jenem schneereichen, kalten Winter einen Holzschlag mit Aufrüstung (Spälten und Bürdeli) im damaligen Weisbrod-Wald in der Seebucht beim Hexengraben. Mein sechs Jahre älterer Bruder hat mit dem Vater an der grossen Waldsäge (ohne Motor!) gearbeitet. Mein Zwillingsbruder und ich mussten an den Stricken ziehen, das dauerte gut zwei Stunden nur für den Fällschnitt. Die grosse Eiche ging aber nicht zu Boden, sondern blieb im Nachbarbaum hängen. Der Grund war ein dicker Ast, der nur mit einer Sprengladung entfernt werden konnte. Mein Bruder kaufte deshalb in einem Comestible-Geschäft in Affoltern eine Sprengpatrone. Diese befestigte er auf einer langen Leiter am Ast und musste dann nach der Zündung rechtzeitig von der Leiter steigen! Es ging alles gut aus, und danach zogen wir Elfjährigen die Äste über den gefrorenen See auf Schlittschuhen bis ans Ende der Bucht.
Handgeschriebener Brief. Diese Anekdote hat er anlässlich seines 95. Geburtstages berichtet.
Bild: Brauereien aus Zürich gewinnen Eis aus dem Türlersee um ihre Lager zu kühlen


Maria Dalla Valle – Tochter von Produktionsmitarbeitenden aus Italien
Handgeschriebener Brief.
Hansueli Sidler vom Bauernhof Grindlen, Hausen am Albis, Enkel des Kohlelieferanten
Mein Grossvater, der Brie-Käser und Friedensrichter Emil Sidler, hat der Firma Zürrer und Söhne die Kohle für die Dampfma-schine zum Antrieb der Webmaschinen und für die Heizung geliefert. Er musste rund zweimal pro Woche neue Kohle an-liefern. Diese wurde mit grossen Holzwagen vom Bahnhof Mettmenstetten geholt. Eines der Holzräder werde ich gerne vorbeibringen, um es am Jubiläum auszustellen. Die Stahlbe-schläge dieser Räder mussten ungefähr alle eineinhalb Jahre neu beschlagen werden, obwohl sie fast zwei Zentimeter dick waren – so gross war deren Abnutzung wegen der noch nicht existierenden Strassenbeläge!
Mündliche Erzählung auf dem Hundespaziergang.
Bild: Schenkung von Hasueli Sidler, Original Wagenrad aus der Zeit der Kohlelieferung


Chrigel Müller – Zimmerei-Schreinerei Müller, Hausen am Albis
Beim Umbau unseres Ferienhauses im Haslital fand ich eine Zeitung mit einem Inserat aus Hausen am Albis. Zu verkaufen war 1913 ein Heimetli, nahe der Staatsstrasse gelegen, mit einer Seidenweberei ganz in der Nähe: «Lohnender Verdienst für Frauen und Töchter» wurde speziell erwähnt. Vermutlich war es eher umgekehrt, dass der niedrige Verdienst der fingerfertigen Frauen und Töchter für die Weberei lohnend war …
Mündliche Erzählung am Frühlingsmarkt.
Bild: Zeitungsinserat für den Verkauf von einem Wohnhaus mit lockendem Argument, 1913.

